Tierschutzhunde

Wie wunderbar… man kann einem Hund, der eine schlimme Vergangenheit hatte, ein Zuhause schenken! Schon eine Weile vor seiner Ankunft ist man aufgeregt. Wie wird der Hund wohl auf seine neue Familie reagieren? Viele Fragen wurden sicherlich schon mit dem vermittelnden Tierschutzverein besprochen, Und da ist dann vielleicht die Rede von einer 3-3-3 Regel: „In den ersten 3 Tagen sind die Hunde völlig überwältigt von den vielen neuen Eindrücken. Nach 3 Wochen fühlen sie sich sicherer, nach 3 Monaten haben sie sich dann schon gut eingelebt.“

Diese Regel macht deutlich, dass der Umzug in ihr neues Zuhause eine sehr aufregende und auch belastende Erfahrung für die Hunde ist. Üblicherweise kommen die Hunde aus einem Shelter, sie waren die meiste Zeit in einem Zwinger eingesperrt. Das heißt, sie waren praktisch abgeschnitten von „der Welt da draußen“. Dinge, die uns in unserem Alltag selbstverständlich erscheinen, bedeuten großen Stress für die Neuankömmlinge. Verkehrslärm oder sonstige plötzlich auftretende Geräusche können sie in Panik versetzen. Viele dieser Hunde haben zudem schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht. Nun müssen sie Schritt für Schritt Vertrauen aufbauen.

Meiner Erfahrung nach vergehen bei den meisten Hunden mehr als 3 Monate, bis sie sich wirklich eingelebt haben. Mitunter dauert es sogar Jahre. Wichtig ist, dass man den Neuankömmling nicht überfordert. Wer glaubt, dass der Hund gleich freudig auf ihn zukommt, wird meist enttäuscht. Man bedenke: Der Hund wurde aus seiner gewohnten Umgebung gerissen. Selbst wenn es ein öder Shelter war, der Hund hat sich dort zu Hause gefühlt… vielleicht Freundschaften mit anderen Hunden geschlossen. Dieser Shelter hat ihm eine gewisse Sicherheit geboten. Plötzlich wird er in eine Transportbox gesteckt. Er hat keine Ahnung, was nun mit ihm geschieht. Er weiß nicht, dass irgendwo Menschen auf ihn warten, die ihm ein liebes Zuhause schenken möchten. Wenn er dann ankommt, sind es Fremde für ihn… es sind Personen in einer meist langen Reihe von Menschen, die ihn im Stich gelassen oder schlecht behandelt haben.

Was wir auch bedenken müssen: Hunde aus dem Tierschutz haben sich z.T. von „Dreck“ ernährt. Viele von ihnen mussten sich auf der Straße durchschlagen. Da wurde jeder Brotkrümel vom Boden geleckt, es wurden Mülleimer nach Essbarem durchsucht. Was sie dort fanden, waren oft schon verdorbene Lebensmittel. Es gab auch schon Hunde, die in ihrer Not Steine gefressen haben. Nur, damit der Magen gefüllt war.
Und nun möchte man seinen Neuankömmling natürlich verwöhnen, er soll das beste und hochwertigste Futter bekommen. Aber auch in dieser Hinsicht brauchen diese Hunde Zeit, um sich einzugewöhnen. Bei „zu“ hochwertigem Futter kann der Schuss im wahrsten Sinne des Wortes nach hinten losgehen.

Zum Schluss noch etwas ganz Wichtiges: Wie schon erwähnt, neigen neu angekommene Hunde aus dem Tierschutz zu Panikreaktionen. Wir haben uns u.a. für Jagdhunde aus Spanien entschieden, das sind sehr liebenswerte, kluge und sensible Hunde. Im Haus die ruhigsten Zeitgenossen, aber draußen im Jagd-Modus. Dementsprechend muss man sie gut sichern. Wir führen unsere Hunde ein Leben lang an der Leine, selbstverständlich doppelt gesichert (Geschirr + Halsband). Unser großer Garten ist ein Hochsicherheitstrakt… ausbruchssicher und hoch umzäunt. Dort dürfen sie sich nach Herzenslust herumflitzen und sich auspowern.
Aber nicht nur für Jagdhunde ist Sicherheit ein wichtiges Thema. Jeder Neuankömmling aus dem Tierschutz sollte – vor allem in der ersten Zeit – hinreichend gesichert werden! Die Grafik zeigt, wie man es richtig macht. Und im Garten am Anfang bitte nur mit Schleppleine! Es entlaufen so viele Hunde, besonders Neuankömmlinge. Und oft geht es leider nicht gut aus. Damit das nicht passiert, bitte äußerste Vorsicht!