Jagdhunde haben einen schweren Stand in Spanien, laut Gesetzt zählen sie zu den Nutztieren. Sie stehen unter keinerlei Schutz. Die Galgos trifft es besonders hart. Diejenigen, die nicht zur Jagd taugen, werden frühzeitig „entsorgt“. Tausende von Galgos kommen jährlich auf z.T. bestialische Weise ums Leben (werden aufgehängt, in Brunnen geworfen etc.). Unser erster Tierschutzhund sollte deshalb ein Galgo sein. Die Wahl fiel auf Anibal, der wegen seines schwarzen Fells und seiner eher mickrigen Größe keine guten Chancen auf Vermittlung hatte.

Anibal hat sich sofort mit unseren damaligen Hunden (2 Jack-Russel Terrier) verstanden. Und auch wir hatten ihn vom ersten Moment an ins Herz geschlossen. Er war ein kleines Schlitzohr, hat uns oft zum Schmunzeln gebracht. Aber man merkte auch, dass er kein schönes Leben hinter sich hat.
Anibal kam mit Altlasten zu uns… er hatte ein Käfigbeißergebiss, das erst mal von Grund auf saniert werden musste. Und nach wenigen Wochen erlitt er eine lebensbedrohliche Magendrehung. Ursache war vermutlich sein aufgrund von Mangelernährung schwaches Bindegewebe. Zum Glück erkannten wir die Anzeichen sofort und sind mit Karacho in die Tierklinik gedüst. Nach einer mehrstündigen Not-OP hatte Anibal es geschafft, sein Magen war seitdem fest „angetackert“… und uns fiel ein riesiger Stein vom Herzen.
Anibal hatte ein schönes Leben bei uns, und er war bis ins hohe Alter kerngesund. Aber dann haben ihn die Kräfte verlassen, er war zum Schluss hochgradig dement und konnte kaum noch ohne Hilfe aufstehen. Am 10.11.2023 haben wir ihn gehen lassen, er ist sanft eingeschlafen. Anibal wurde 15 Jahre alt, er war ein ganz besonderer Hund… wir werden ihn niemals vergessen.

Unser zweiter Galgo Pochollo war ein absoluter Notall. Sein Galguero hatte ihn rausgeworfen, aber Pochollo blieb hartnäckig vor dem Eingangstor stehen. Schließlich schoss der Galguero auf ihn. Aber auch das konnte Pochollo nicht vertreiben. Zum Glück hat es eine Nachbarin gesehen und ihn dort schnell weggeholt. Wir hatten sowieso nach einem zweiten Galgo Ausschau gehalten… und so ist Pochollo nur wenige Monate nach Anibal von uns adoptiert worden.
Die erste Zeit war schwierig. Pochollo hat unsere Jack-Russell Terrier attackiert… er war wohl vom Galguero auf kleine Hunde scharf gemacht worden (wie so oft üblich in Spanien). Aber mit viel Geduld konnten wir das in den Griff bekommen. Danach war er der netteste und verträglichste Hund, den man sich vorstellen kann.
Pochollo war ein wunderschöner Galgo, wahrscheinlich eingekreuzt mit Greayhound. Aber er hatte keine guten Gene. Er litt unter Allergien, hatte Hautprobleme, war extrem empfindlich. Zum Schluss bekam er Krebs, wir verloren den Kampf und mussten ihn schweren Herzens am 17.04.2023 gehen lassen. Das war ein schwarzer Tag, wir waren untröstlich. Einen so liebenswerten Hund wie Pochollo findet man nicht alle Tage, wir vermissen ihn immer noch schmerzlich. Wenige Monate später starb auch Anibal, die beiden waren unzertrennlich gewesen. Ich hoffe, sie sprinten jetzt beide glücklich über die grünen Wiesen jenseits der Regenbogenbrücke…

Damals waren noch unsere Jack-Russell Terrier Wendy und Robin mit an Bord.